Insolvenzverwalter wird Asien-Töchter von Wirecard los

Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffe hat mehrere Töchter des zusammengebrochenen Zahlungsdienstleisters in Asien an den Mann gebracht.

Vier Tochterfirmen auf den Philippinen, in Malaysia, Thailand und Hongkong mit zusammen 110 Beschäftigten gehen an den niederländisch-britischen Start-up-Investor Finch Capital, der vor einigen Wochen bereits die türkische Wirecard-Tochter übernommen hatte, wie Jaffe und Finch Capital am Freitag mitteilten. Finch will dort und in Asien mit der neu gegründeten Nomu Pay einen Zahlungsdienstleister aufbauen. Die örtlichen Aufsichtsbehörden müssen der Übernahme aber noch zustimmen.

Die nun verkauften Firmen gehen auf eine Zahlungsabwicklungstochter der US-Bank Citi zurück, der Wirecard für rund 200 Millionen Euro das Zahlungsabwicklungsgeschäft für Händler abgekauft hatte. Der Verkaufspreis dürfte deutlich darunter liegen. Jaffe sprach aber von «substanziellen Zuflüssen» in die Insolvenzmasse. Damit sei nicht zu rechnen gewesen.

Wirecard war im Juni 2020 in die Insolvenz gerutscht, nachdem sich ein grosser Teil des über Dritte abgewickelten Geschäfts in Asien als Luftnummer entpuppt hatte. Bilanzierte 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf Konten dort lagen, existieren offenbar nicht.

Verkauft hat Jaffe nach eigenen Angaben auch die Software-Tochter PT Wirecard Technologies Indonesia mit 360 Mitarbeitern. Käufer sei die Technologieholding eines indonesischen Konzerns, dessen Namen der Insolvenzverwalter nicht nannte. Wirecard Australia A&I gehe an einen australischen Zahlungsdienstleister. Die grössten Wirecard-Töchter in den USA und Europa hat Jaffe bereits verkauft. Die Verkaufserlöse liegen aber weit unter den Insolvenzforderungen, die Gläubiger und Aktionäre angemeldet haben.