Asylantrag und Polizeischutz statt Start über 200 m

Der Fall der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja sorgt für Unruhe in Tokio. Timanowskaja fehlte am Start über 200 m; sie befand sich in einem Flughafenhotel unter Polizeischutz.

Kristina Timanowskaja sagt, dass sie Sportfunktionäre ihres Landes kritisiert habe und deshalb zur Rückkehr nach Belarus gezwungen worden sei. Am Flughafen wehrte sie sich gegen die «Ausschaffung» und bat das IOC um Hilfe. Die belarussische Delegation erklärte, die 24-jährige Timanowskaja scheide auf ärztliches Anraten wegen ihres emotionalen und psychischen Zustands aus. Dem widerspricht Timanowskaja. Sie sei noch nicht einmal untersucht worden.

Japans Regierungssprecher erklärte, Timanowskaja habe den Wunsch geäussert, Asyl zu beantragen. Und das IOC, welches sich ebenfalls einschaltete, stellte zuerst die Sicherheit der Sportlerin sicher, will mit ihr weiter den Dialog suchen und sie bei dem, was sie tun will, unterstützen, erklärte Mark Adams, der Sprecher des IOC. Ausserdem forderte das IOC von Belarus‘ NOK einen vollständigen schriftlichen Bericht an.

Schon vor acht Monaten schloss das IOC den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und dessen Sohn Viktor von allen Olympia-Veranstaltungen aus. Vor fünf Monaten erkannte das IOC zudem die Ernennung von Viktor Lukaschenko zum Vorsitzenden von Belarus‘ NOK nicht an.