Zehntausende fordern in Zürich ein Ja zu «Ehe für alle»

Zehntausende haben am Samstagnachmittag an der an der Zurich Pride für die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaft und für ein Ja zur «Ehe für alle»-Abstimmung am 26. September demonstriert.

Um 14.00 Uhr startete der Umzug beim Helvetiaplatz in Zürich. Die Veranstalter hatten im Vorfeld mit rund 20’000 Teilnehmenden gerechnet. Das Motto der Pride 2021 lautet «Trau dich. Ehe für alle jetzt».

Bei der Abstimmung handelt es sich nach Meinung der Organisatoren um die «wichtigste gesellschaftspolitische Abstimmung seit Jahrzehnten». Der Demonstrationszug wurde von einen Wagen des nationalen Komitees «Ehe für alle» angeführt.

Die Vorlage soll gleichgeschlechtlichen Paaren den Zugang zur zivilrechtlichen Ehe ermöglichen. In den Augen der Befürworter ist dieser Schritt längst überfällig, die jetzige Situation sei diskriminierend. Zwischen der Ehe und der eingetragenen Partnerschaft, die gleichgeschlechtlichen Paaren offensteht, bestehen in verschiedenen Bereichen rechtliche Unterschiede.

Gegner kritisieren Zugang zur Samenspende

Gegner der Vorlage stören sich unter anderem daran, dass lesbischen Paaren der Zugang zur Samenspende ermöglicht werden soll. Kinder hätten ein Recht auf Vater und Mutter, welches so unterlaufen werde. Zudem ist es gemäss den Gegnern keine Diskriminierung, die Ehe ausschliesslich als Verbindung von Mann und Frau beizubehalten.

Angemeldet waren für die Zurich Pride waren rund 70 Organisationen aus der LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer)-Community also der Gemeinschaft aus Lesben, Schwulen und von der Geschlechtsidentität sowie von der Norm Abweichenden.

Die Pride in Zürich wurde 1994 erstmals durchgeführt, damals noch unter dem Namen «Christopher Street Day» (CSD) und als Protestaktion gegen die Homosexuellen-Register. Seit 2009 heisst der Anlass Zurich Pride Festival. 2020 fand die Zurich Pride aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt.