Nach Flucht von Ex-KZ-Sekretärin in Deutschland – Prozess verzögert

In Deutschland hat sich nach der Flucht der Angeklagten der Itzehoer Prozess um NS-Verbrechen im Konzentrationslager Stutthof weiter verzögert.

Drei Stunden nach dem geplanten Beginn der Verhandlung hatte das Gericht am Donnerstag noch immer keine Kenntnis vom Aufenthaltsort der 96-Jährigen, wie eine Gerichtssprecherin erklärte.

Der Vorsitzende Richter am Landgericht, Dominik Gross, hatte zuvor mitgeteilt, dass die Angeklagte nach Lage der Dinge flüchtig sei und die Kammer einen Haftbefehl erlassen habe.

Der ehemaligen KZ-Sekretärin Irmgard F. wird Beihilfe zum Mord in über 11 000 Fällen vorgeworfen. Als Stenotypistin und Schreibkraft in der Kommandantur von Stutthof soll sie zwischen Juni 1943 und April 1945 den Verantwortlichen des Lagers bei der systematischen Tötung von Gefangenen Hilfe geleistet haben.

In dem deutschen KZ bei Danzig und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen zu Kriegsende starben nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralstelle in Ludwigsburg rund 65 000 Menschen.