Vorjahresrekord am Black Friday 2021 nicht geknackt

Trotz eines Ansturms auf die Schnäppchen hat der diesjährige Black Friday die rekordhohen Umsätze des Vorjahres nicht geknackt. Insgesamt dürften sie rund 5 Prozent unter dem Vorkrisenjahr 2019 liegen, wie die Plattform Blackfriday.ch feststellt.

Einige Händler haben allerdings gegenüber dem Rekordjahr 2020 den Umsatz gesteigert. So etwa Globus: Gegenüber einem normalen Freitag hätten sich die Umsätze fast verdoppelt und im Vergleich mit dem Vorjahr habe man den Umsatz gesteigert, heisst es auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Auch Manor konnte seine Umsätze in der Zeit von Mittwoch bis Freitag, in der der Detailhändler die Black-Friday-Promotion laufen liess, steigern. «Über die drei Tage gesehen schliessen wir mit einem leicht höheren Umsatz ab als in der Vorjahresperiode, dies vor allem aufgrund eines besonders starken Freitags», sagte ein Sprecher.

Ähnliches vermeldet auch Coop.ch. «Auch am Black Friday wird der Onlinekauf als gute Alternative zum stationären Einkauf genutzt», heisst es dort.

Die meisten Coop-Firmen verzeichnen allerdings etwa gleich hohe Umsätze wie im Vorjahr. So beispielsweise Microspot. Und auch die anderen Coop-Töchter Christ Uhren und Schmuck, Livique, Lumimart und Coop Bau+Hobby, wo die Umsätze am Schnäppchen-Tag etwa «auf dem guten Niveau vom letzten Jahr» zu liegen kamen.

Umsätze unter dem Strich tiefer

Bei Digitec Galaxus nahmen die Seitenaufrufe zwar gegenüber einem normalen Freitag um 2,5 Mal zu. «Wir haben aber leicht weniger Umsatz gemacht als letztes Jahr», so ein Sprecher. Somit bleibt 2020 beim grössten Schweizer Onlinehändler das Rekordjahr.

Laut der Plattform Blackfriday.ch dürften die Händler dieses Jahr gesamthaft etwa 5 Prozent weniger Umsatz erzielt haben als im Jahr vor der Krise. Blackfriday vergleicht 2021 mit 2019, weil das vergangene Jahr aufgrund der Pandemie «ein besonderes Jahr» gewesen sei.

Die Seitenzugriffe auf die Online-Seiten von Händlern sind laut einem Sprecher noch stärker gesunken, und zwar um knapp ein Drittel. Dass die Umsätze weniger stark abnahmen, sei «auf die grössere Erfahrung der Konsumenten zurückzuführen, die nach einem bestimmten Produkt suchen oder direkt nachschauen, was ihre Lieblingsmarke anbietet.»

Die sinkenden Umsätze führt der Sprecher von auch auf eine begrenzte Auswahl zurück. Traditionell würden die Umsätze am Black Friday traditionell von der Kategorie Elektronik nach oben getrieben. «Im Jahr 2021 boten die Detailhändler jedoch wegen mangelnder Produktverfügbarkeit eine geringere Auswahl an Angeboten an, was sich nicht unerheblich auf die Umsätze auswirkte», sagte er.

Schon um Mitternacht Höhepunkt erreicht

Offenbar haben sich viele Schnäppchenjäger vom Donnerstag auf den Freitag die Nacht um die Ohren geschlagen. Die meisten Händler geben an, der Höhepunkt der Verkäufe sei bereits am Freitag kurz nach Mitternacht erreicht worden. Bei den Händlern, die eine ganze Woche lang Black-Friday-Promotionen angeboten haben, war der Freitag selbst der verkaufsintensivste Tag.

Bei klassischen Warenhäusern wie Globus und Manor wurde der Grossteil der Umsätze stationär erreicht. Bei Unternehmen, die vornehmlich online tätig sind, wie etwa Digitec Galaxus, wurde online deutlich mehr verkauft.

Elektronik gefragt – aber auch Windeln

Die Kunden stürzten sich dabei auf eine breite Palette an Artikeln. Allen voran Elektronikartikel. So waren etwa bei Digitec Notebooks, PCs, Bildschirme und Smartphones beliebt und bei Microspot unter anderem Smartphones, TVs und Notebooks. Aber auch Lichtprodukte, Kopfhörer und Fitnessprodukte seien beliebt gewesen, sagte ein Sprecher. Und auch Eltern von Kleinkindern haben sich am Black Friday eingedeckt: «Ein absolut gefragtes Produkt waren Windeln».

Einkäufe für den Nachwuchs waren auch bei Galaxus beliebt: «Lego-Sets waren der Renner», so ein Sprecher. Zudem hätten sich die Kunden mit Wein und Schokolade eingedeckt.

Bei Globus kauften die Kunden am liebsten Artikel aus dem Bereich Home & Lifestyle sowie Parfüms. Bei Manor waren Beauty-Produkte, Kleidung und Schmuck gefragt. Die Kunden der Import Parfumerie deckten sich vor allem mit Weihnachtsgeschenken ein. «Unser Service, die Produkte schön mit Geschenkpapier und -Bändeli zu verpacken, war sehr gefragt», so eine Sprecherin.

Aber auch das gemütliche Zusammensitzen in der Weihnachtszeit hat viele Schweizerinnen und Schweizer zum Black-Friday-Kauf angetrieben. So waren bei Nettoshop.ch unter anderem Tisch-Grills, Fondue-Sets oder laut einer Sprecherin auch «Küchenmaschinen für die Weihnachtsbäckerei» beliebt.