Venezuela: Opposition will Präsidentschaftskandidaten bestimmen

Venezuelas Opposition um den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó will im kommenden Jahr Vorwahlen abhalten, um einen Kandidaten für die Präsidentenwahl in dem südamerikanischen Krisenstaat zu küren. Dies teilte die Plataforma Unitaria genannte Gruppe um Guaidó am Montag (Ortszeit) mit. Die Gruppe besteht aus mehr als einem halben Dutzend Parteien und erklärte, man habe sich als breite, integrative Instanz neu aufgestellt.

Venezuelas Opposition hatte im November nach mehreren Boykotten an den Regionalwahlen teilgenommen. Die Europäische Union empfahl danach unter anderem eine Stärkung der Gewaltenteilung und des Vertrauens in die Unabhängigkeit der Justiz. An der Präsidentenwahl 2018 etwa, aus der der autoritäre Staatschef Nicolás Maduro erneut als Sieger hervorgegangen war, hatte die Opposition mit dem Argument nicht teilgenommen, dass diese nicht frei und fair sei.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Oppositionsführer Guaidó hatte sich Anfang 2019 zum Interimspräsidenten erklärt und versucht seitdem, Maduro aus dem Amt zu drängen. Er erhielt viel Unterstützung aus dem Ausland, konnte sich aber in Venezuela selbst nicht durchsetzen. Einen erneuten Dialog mit der Opposition brach die Regierung nach der Auslieferung eines Maduro-Vertrauten an die USA im Oktober ab.