Ein paar Fakten zum America's Cup 2024 mit Alinghi Red Bull Racing

Fragen und Antworten zum America’s Cup 2024 aus Schweizer Sicht.

Alinghi machte die Schweiz mit den Siegen 2003 und 2007 im America’s Cup zur Segelnation. Nun nimmt die Crew von Ernesto Bertarelli in Zusammenarbeit mit Red Bull einen neuen Anlauf. Die Antworten zu den wichtigsten Fragen:

Was ist der America’s Cup?

Der America’s Cup – benannt nach dem ersten siegreichen Segelboot – ist seit 1851 ein internationaler Wettkampf im Segeln. Somit steht eine der ältesten Sporttrophäen als Wanderpokal auf dem Spiel. Die Jachten zählen ähnlich der Formel 1 zur Königsklasse.

Warum kehrt Alinghi zurück?

Nach dem (verlorenen) Rechtsstreit mit Oracle-Besitzer Larry Ellison hatte Alinghi-Besitzer Ernesto Bertarelli die Nase voll. Die Amerikaner wurden 2017 entthront, nun haben die Neuseeländer das Sagen und ihren Erfolg 2021 bestätigt. Gesegelt – oder besser gesagt geflogen – wird nun mit Hightech-Monstern der AC75-Klasse. Alinghi hat mit der Foiling-Technik, welche die Boote anhebt und mit 100 km/h übers Wasser fliegen lässt, in anderen Kategorien bereits viel Erfahrung gesammelt. Zudem ist im America’s Cup mit der AC75-Klasse eine gewisse Kontinuität eingekehrt. Das macht die Angelegenheit für Einsteiger berechenbarer.

Wieso spannen Alinghi und Red Bull zusammen?

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und Ernesto Bertarelli kennen sich persönlich und teilen die Leidenschaft fürs Segeln. Der Name Red Bull steht im Sport nicht nur für die Formel 1, die Österreicher sind schon lange im Segelsport aktiv. Alinghi weiss, wie eine America’s-Cup-Kampagne zu führen ist, und Red Bull wird mit den Aerodynamik-Spezialisten aus der Formel 1 wichtige Kenntnisse einbringen. Das Team heisst offiziell: Alinghi Red Bull Racing.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Zahlen sind nicht publik. Aber es dürften über 100 Millionen Franken sein, wenn man mit den Summen der Syndikate aus dem America’s Cup 2021 vergleicht.

Auf welchen Jachten wird gesegelt?

Der America’s Cup 2024 wird erneut auf der AC75-Klasse gesegelt. Die Boote fliegen übers Wasser. Gegenüber der Austragung 2021 wurde die Crew auf der Jacht von elf auf acht Personen reduziert, das Boot ist um 900 kg leichter, und jeder Teilnehmer darf nur noch ein Hightech-Geschoss bauen.

Wann wird die Jacht gebaut?

So spät als möglich, damit keine technologischen Entwicklungen verpasst werden, aber doch früh genug, damit die Mannschaft auf See mit dem Boot trainieren kann und die Feinabstimmung hinbringt. Ende 2023 dürfte die Jacht, die in Ecublens produziert wird, fertig sein.

Wer segelt für Alinghi Red Bull Racing?

Alinghi Red Bull Racing ist ein Schweizer Team mit Sitz in Ecublens. Der America’s-Cup-Titelhalter Neuseeland hat das Söldnertum unterbunden. Die Bootscrew besteht aus 14 Schweizern , unter ihnen ein Bahnradfahrer und zwei Ruderer.

Wo findet der nächste America’s Cup statt?

Gesegelt wird im September und Oktober 2024 vor Barcelona. Gescheiterte Verhandlungen mit der neuseeländischen Politik über die Finanzierung führten zum Gastspiel in Spanien. Auch Malaga, Cork in Irland und Dschidda in Saudi-Arabien hatten sich für die Durchführung beworben. Derzeit sind Grossbritannien, die USA, Italien und die Schweiz mit Syndikaten eingeschrieben. Möglicherweise stossen noch andere Nationen hinzu. In einem Vorwettkampf machen diese Teams den Herausforderer von Team New Zealand unter sich aus.