Millionen Schiiten weltweit feiern Aschura-Fest

Millionen gläubige Schiiten sind weltweit für Feierlichkeiten des traditionellen Aschura-Fests zusammengekommen.

Im mehrheitlich schiitischen Iran strömten am Montag Menschenmassen auf die Strassen, wie Bilder des Staatsfernsehens zeigten.

Auch im Irak, Afghanistan und Pakistan bereiteten sich Schiiten für den Höhepunkt des Fests im islamischen Trauermonat Muharram vor. Überschattet wurde Aschura in Afghanistan von Anschlägen. Nach Angaben der UN wurden am vergangenen Wochenende mehr als 120 Menschen getötet oder verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich.

Aschura gilt als wichtigstes Fest im schiitischen Islam. Gläubige erinnern dabei an den Märtyrertod des von ihnen verehrten Imams Hussein, ein Enkel des Propheten Mohammed. Nach der schiitischen Überzeugung starb Imam Hussein im Jahr 680 nach Christus in der Schlacht von Kerbela. Damals waren Streitigkeiten über die rechtmässige Nachfolge Mohammeds entbrannt. Aus diesem Konflikt entstanden schliesslich mit den Sunniten und Schiiten die beiden grossen Strömungen des Islams, zu deren Trennung die Schlacht von Kerbela entscheidend beitrug.

Während Aschura nehmen die Pilger an Trauerprozessionen teil und geisseln sich teils mit Schwertern, um an die Leiden Husseins zu erinnern. In den vergangenen Jahren kam es bei den Festen immer wieder zu schweren Anschlägen von sunnitischen Extremisten. Für einen Grossteil der Schiiten hat das Fest aber auch rein gesellschaftlichen Charakter und ist Anlass für Treffen mit Familie und Freunden.