Evenepoel wird auch Weltmeister, Schmid verpasst mögliche Medaille

Der belgische Jungstar Remco Evenepoel krönt seine starke Saison mit WM-Gold im Strassenrennen. Derweil vergibt der Zürcher Mauro Schmid nach einem starken Rennen im Finish eine mögliche Medaille.

Zwei Wochen nach seinem Gesamtsieg an der Vuelta gewinnt Remco Evenepoel an den Titelkämpfen in Australien auch das Strassenrennen. Der 22-jährige Belgier hatte sich 26 km vor dem Ziel alleine an die Spitze gesetzt. Zum Schluss wies der Mitfavorit einen Vorsprung von über zwei Minuten auf die Verfolger auf.

Im Sprint des Feldes sicherten sich nach 266,9 km der Franzose Christophe Laporte und der Einheimische Michael Matthews Silber und Bronze. Evenepoels Landsmann und Mitfavorit Wout van Aert musste sich mit Platz 4 begnügen.

Schmid verpasst mögliche Medaille

Für die Schweiz lag zum Abschluss der Titelkämpfe in Australien eine vierte Medaille bereit. Mauro Schmid war drauf und dran, nach dem Gewinn des WM-Titels am Mittwoch im Mixed-Teamzeitfahren erneut den Sprung auf das Podest zu schaffen. Der 22-jährige Zürcher zeigte ein starkes Rennen. 65 km vor Schluss fand er Unterschlupf in einer grösseren Spitzengruppe, die sich in der Folge dezimierte.

Zusammen mit dem Kasachen Alexej Luzenko, dem Italiener Lorenzo Rota und dem Dänen Skjelmose Jensen befand sich Schmid in der letzten Runde auf dem knapp 17 km langen Stadtrundkurs in Wollongong auf der Verfolgung von Evenepoel. Als das Quartett mit einem beträchtlichen Vorsprung die letzte Kilometer-Marke passierte, schien es, als würden die vier Fahrer die zwei noch verbleibenden Medaillen unter sich ausmachen. Doch weil keiner von ihnen den Sprint anziehen wollte und das Tempo völlig einbrach, wurden sie wenige hundert Meter vor dem Ziel vom heranrauschenden Feld eingeholt.

Im Sprint um Silber und Bronze blieb Schmid als 17. dann chancenlos. Stefan Küng klassierte sich als zweitbester Schweizer im 20. Rang.

Evenepoel mit seltenem Kunststück

Über allen stand an diesem Tag Remco Evenepoel. Der als Topfavorit gestartete Belgier stellte mit seinem Soloritt die gesamte Konkurrenz in den Schatten und krönte mit dem Gewinn des Regenbogentrikots eine ausserordentlich starke Saison, die mit dem Triumph im Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich im April einen ersten Höhepunkt erreicht hatte.

Letztmals war es im Jahr 1980 dem legendären Franzosen Bernard Hinault gelungen, im gleichen Jahr eine grosse Rundfahrt, ein Monument und WM-Gold zu gewinnen. 42 Jahre später wiederholte Evenepoel nun dieses Kunststück.