Die Heckwelle als Schanze

Tanja Lanz aus Altendorf ist Schweizermeisterin im Wakeboarden.

Seit rund eineinhalb Jahren wohnt die 28-jährige Tanja Lanz in Altendorf, aufgewachsen ist sie jedoch in Uetikon am See.
Die Neo-Märchlerin kann auch von hier aus ihrem grössten Hobby, dem Wakeboarden, frönen. Seit ein paar Jahren nimmt sie immer wieder an Wakeboard-Wettkämpfen teil. So holte sie sich im vergangenen September erstmals den Sieg an den Schweizermeisterschaften in Montreux. An den Europameisterschaften in Köln klassierte sie sich auf dem guten fünften Rang.

Jury bewertet die Tricks
Doch wie muss man sich die Vorbereitung und die Durchführung eines solchen Wakeboard-Wettkampfes vorstellen? «Sie laufen ähnlich ab wie im Freestyle-Snowboard», erklärt die ausgebildete Finanzfachfrau. Für die Bewertung der Jury, die ebenfalls auf dem Boot des Wettkampfteilnehmers sitzt, gibt es drei Kate­gorien: Composition (Zusammensetzung), Intensity
(Intensität) und Execution (Ausführung).
Der Wakeboarder fährt auf einer von Bojen begrenzten Strecke von rund 400 Metern Länge je einmal hin und zurück und kann auf dieser Strecke verschiedene Tricks zeigen, wobei jeder nur einmal zählt. «Die Zusammenstellung ist wichtig. Man muss im Voraus überlegen, was man überhaupt zeigen möchte», erklärt sie. Unterwegs dient die Heckwelle des Boots als Schanze. Pro Richtung kann Tanja Lanz erfahrungsgemäss fünf Tricks zeigen, dann dreht das Boot um und dieselbe Strecke wird nochmals in die andere Richtung zurückgelegt, wobei erneut fünf Tricks gezeigt werden. Wenn man während des Laufs stürzt, holt einen das Boot nochmals und der Trick mit dem Sturz wird gestrichen. Das Problem ­dabei: «Bis die Heckwelle wieder bereit ist, muss das Boot eine Strecke von etwa 100 Metern zurücklegen.» Man sollte sich also taktisch überlegen, welche Sprünge wann gezeigt werden und die schwierigsten Tricks, oder solche die man nicht sicher steht, eher an den Schluss eines Laufes legen. Beim zweiten Hinfallen wird der Lauf beendet und es zählen nur die erfolgreich ­gestandenen Tricks bis an den Punkt des zweiten Falls.
Die Sportlerin macht lieber «Flips» (Saltos) als «Spins» (Drehungen) mit dem Wakeboard und bekommt so die Heckwelle auch öfters mal aus anderen Perspektiven zu sehen. Zu ihren Lieblingstricks zählen beispielsweise der «Heelside Backside 180» (halbe Drehung vom Boot weg), der «Half Cab Roll» (Switch Heelside Backroll mit Frontside 180-Grad Drehung) oder der spektakuläre «Raley» (Superman, hinter dem Boot herfliegen).

Vollständiger Artikel in der Ausgabe vom Donnerstag, 20. Oktober, zu lesen

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