Selenskyj an Holodomor-Gedenktag: Genozid-Erinnerung «extrem wichtig»

Am Gedenktag der gezielt herbeigeführten Hungersnot von 1932 und 1933 («Holodomor») hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Einstufung dieses sowjetischen Verbrechens als Völkermord für «extrem wichtig» erklärt. «Sie wollten uns demütigen, töten, ausrotten. Sie haben versagt», sagte Selenskyj am Samstag in einer Ansprache, in der er an die Hungerkatastrophe unter Sowjetführer Josef Stalin erinnerte. Diesem als Holodomor («Mord durch Hunger») bezeichneten Verbrechen fielen damals in der Ukraine Millionen Menschen zum Opfer. Selenskyj fügte hinzu: «Das Böse wurde nicht gestoppt. Es wurde nicht gesühnt. Und jetzt stoppen wir es.»

Er dankte allen Staaten, die den Holodomor bereits als Genozid anerkannt haben. «Die Gerechtigkeit breitet sich in der ganzen Welt aus. Die Welt muss davon wissen, die Welt muss das anerkennen, die Welt muss sich daran erinnern», sagte er. In Deutschland stufte der Bundestag den Holodomor im vergangenen Jahr als Völkermord ein.

Selenskyj prangerte ausserdem an, dass Russlands Armee die Ukraine ausgerechnet in der Nacht vor dem Gedenktag mit einer Rekordanzahl von 75 Kampfdrohnen beschossen hatte. «Bewusster Terror. Gerade jetzt. Russlands Führung ist stolz darauf, dass sie töten kann.» Der Staatschef betonte, dass die heutigen russischen Täter konsequent zur Verantwortung gezogen werden müssten. «Denn obwohl es Verbrechen ohne Verjährungsfrist gibt, muss Gerechtigkeit rechtzeitig erfolgen.»