«Wir erarbeiten ein Konzept für die zukünftige Nutzung»
Die farbig bemalte Montessori- Schule in Siebnen ist verwaist. Keine Home-page mehr, kein Telefonanschluss. Ein Sympathisant der Schule aber weiss, dass dieser Ort geschlossen bleibt, denn die Lizenz für die Schule endete per Juli 2024.
Auf Anfrage beim Schwyzer Bildungsdepartement bestätigt Patrick von Dach diesen Sachverhalt. Der Departementssekretär erklärt, dass die Verantwortlichen der Montessori-Schule aufgefordert waren, ein Gesuch um Verlängerung des Schulbetriebs einzureichen. Das wäre etwa in der Mitte des Schuljahres fällig geworden. Dieses Gesuch sei aber nicht eingetroffen. Das Bildungsdepartement habe bei den Verantwortlichen der Schule explizit nachgefragt, aber kein Gesuch und überhaupt keine Antwort erhalten. Über die Gründe der Schliessung der Schule müsse die Trägerschaft befragt werden.
Erschwerte Lage am Arbeitsmarkt
Jörg Lutz, der Präsident des Verwaltungsrats der Montessori Schule March AG, äussert sich wie folgt: Die Montessori-Schule March AG ha-be kein weiteres Gesuch gestellt, «weil sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt für qualifiziertes Fachpersonal erheblich verschärft» habe. Eine Lehr-person zu finden, die sowohl die Anforderungen der Pädagogischen Hochschule erfülle als auch über eine Montessori- Ausbildung verfüge, sei nahezu unmöglich. «Hinzu kommt, dass die Schülerzahlen seit 2015 aufgrund rufschädigender Berichte in den Medien rückläufig sind», so Lutz. Somit seien im vergangenen Schuljahr noch drei Lehrpersonen und eine Fachfrau Betreuung-Lernende beschäftigt gewesen. Sie betreuten zehn Schülerinnen und Schüler.
Wie unserer Zeitung im Weiteren zugetragen wurde, seien noch Depot-gelder an Eltern offen. «Diese Rückzahlungen erfolgen innerhalb von sechs Monaten nach Vertragsende. Verbleibende Beträge betreffen die noch laufende Frist von sechs Monaten», präzisiert Jörg Lutz.
Mit Spannung fragt sich der interessierte Leser, was nun mit der Liegenschaft geschehen soll. «Derzeit erarbeiten wir ein Konzept für die zukünftige Nutzung der Liegenschaft. Hierbei stehen wir im Austausch mit verschiedenen Montessori-Vereinen, insbesondere auf internationaler Ebene, sowie mit der Gemeinde Schübelbach.»
Streitigkeiten bis vor Gericht
Zuletzt hatte die «Schule der Zukunft », wie sie sich nannte, im Jahr 2020 eine Bewilligung auf vier Jahre erhalten. Im Jahr 2022 wurde publik, dass die Schule Zahlungsschwierigkeiten hatte. Sie wurde unter anderem wegen ausstehender Vorsorgegelder betrieben. Damals besuchten rund 20 Kinder die Schule und vier Lehrkräfte unterrichteten.
In der wechselhaften Geschichte der Montessori-Schule Siebnen gab es mehrfach Streitigkeiten zwischen dem Verwaltungsratspräsidenten Jörg Lutz und den «Freunden der Montessori March», welche bis vor Gericht führten. Mit der Schliessung der Schule nun dürften diese noch nicht abgeschlossen sein.
Die Montessori Life School in Siebnen hat kein Gesuch um Weiterführung des Schulbetriebes gestellt. Das bestätigt das Amt für Volksschulen. Verwaltungsratspräsident Jörg Lutz begründet den Entscheid.