Holdener bei Shiffrins überlegenem Sieg knapp neben dem Podium
Mikaela Shiffrin beendet die Saison mit einer Machtdemonstration. Sie gewinnt den Slalom in Sun Valley überlegen. Wendy Holdener belegt Rang 4. Die Kroatin Zrinka Ljutic holt sich die kleine Kugel.
Der Vergleich liess natürlich nicht lange auf sich warten. Kaum war das Talent von Zrinka Ljutic erkannt, begannen sie in der Heimat wieder zu träumen, dass es in Kroatien wieder eine Alpine geben wird, die in die (grossen) Fussstapfen von Janica Kostelic zu treten imstande ist.
Zrinka Ljutic selber weiss den Vergleich mit ihrer hoch dekorierten Landsfrau, der vierfachen Olympiasiegerin, fünfmaligen Weltmeisterin und dreifachen Gesamtweltcup-Siegerin richtig einzuschätzen. Noch steht sie am Anfang ihrer Karriere, noch sieht sie sich längst nicht als komplette Rennfahrerin – und schon gar nicht auf der Höhe von Janica Kostelic.
Janica Kostelic hat Zrinka Ljutic selbstverständlich beigestanden auf dem Weg nach oben. Mittlerweile hat sich die einstige Dominatorin aber zurückgezogen, zieht sie das ruhige Familienleben als Mutter vor. Unterstützung erhält Zrinka Ljutic dafür seit fünf Jahren von Janicas Bruder. Ivica Kostelic steht als Berater in regem Austausch mit seiner jungen Landsfrau. Mit dem einstigen Gesamtweltcup-Sieger teilt Zrinka Ljutic auch die Liebe zur Musik. Wie er spielt sie leidenschaftlich gerne Gitarre.
Begonnen hat die Zusammenarbeit dazumal in Innerkrems. Im Ort in Kärnten haben Amir und Martina Ljutic manchen Winter verbracht, um ihren Kindern bessere Trainingsmöglichkeiten bieten zu können. Zrinkas Brüder Tvrtko und Hrvoje und Schwester Dora bestreiten ebenfalls Skirennen. Vater Amir ist nach wie vor Zrinkas Trainer.
Slalom-Kugel nach Rang 10
Am Donnerstag gab es die Vergleiche mit Janica Kostelic wieder sehr oft. Verständlich, wenn Zrinka Ljutic nun wie ihre Vorgängerin, die sich die Slalom-Kugel dreimal gesichert hatte, diese Auszeichnung in Empfang nehmen durfte. Der letzte Schritt war allerdings ein beschwerlicher. Zrinka Ljutic lag nach dem ersten Lauf lediglich auf Platz 12, in der Entscheidung konnte sie sich nur geringfügig auf Position 10 zu verbessern. Die dafür gutgeschriebenen 26 Punkte genügten aber, um die Führung in der Disziplinen-Wertung über die Ziellinie zu retten.
Camille Rast, die den finalen Slalom mit 41 Punkten Rückstand auf Zrinka Ljutic in Angriff genommen hatte, kam nicht über Rang 14 hinaus. Wendy Holdener, deren Chancen auf den Gewinn der kleinen Kugel nur theoretisch waren, verpasste auf Platz 4 einen weiteren Podestplatz in einem Slalom um eine knappe halbe Sekunde. Zweitbeste Schweizerin war Mélanie Meillard, die ihre starken Leistungen in diesem Winter mit Platz 7 abrundete.
Weltcup-Sieg Nummer 101
Mikaela Shiffrin wäre selbstverständlich ebenfalls wieder um die Slalom-Kugel mitgefahren, hätte es die Zwangspause nach dem Sturz im Riesenslalom in Killington, Vermont, nicht gegeben. Vier Slaloms hatte sie wegen des schmerzhaften Malheurs verpasst. Wäre sie bei vollem Pensum immer so aufgetreten wie in Sun Valley, wäre sie wohl nur schwer am Gewinn des neunten Gewinns der Slalom-Wertung zu hindern gewesen. Sieg Nummer 101 im Weltcup sicherte sie mit 1,13 Sekunden Vorsprung.