Der Derby geht an den FCZ
Basel und Luzern haben am Sonntag in der 29. Fussball-Super-League-Runde nach einer schwächeren Phase vor der Länderspiel-Pause zum Siegen zurückgefunden. Das Zürcher Derby entscheidet der FC Zürich für sich.
Julien Oberholzer (sda)
Ein bisschen geriet der überlegene FC Zürich im 289. Aufeinandertreffen der besten Zürcher Fussballklubs doch noch ins Zittern. Auch weil der Mannschaft von Ricardo Moniz der dritte Treffer nicht gelingen wollte, meldete sich GC mit dem 1:2 durch Adama Bojang in der 82. Minute ins Spiel zurück. Beinahe wäre den Grasshoppers danach sogar der Ausgleich gelungen.
Ein Punkt wäre für GC angesichts des sehr späten offensiven Lebenszeichens ein gar guter Lohn gewesen. Der FC Zürich war über die meiste Zeit deutlich aktiver und scheiterte mehrmals an GC-Keeper Justin Hammel, bevor Sekunden vor der Pause Jean-Philippe Gbamin seinen ersten Treffer für den FCZ erzielte – nach einem kleinen Fehlgriff des bis dahin tadellosen Hammel. Beim zweiten Gegentor war dann der Torhüter machtlos. Bledian Krasniqi traf mit einem präzisen Kopfball in der 69. Minute. GC steht wie Winterthur und Yverdon bereits als Teilnehmer der Relegationsrunde fest.
Lausanne enttäuscht
Das erste Spiel nach der schweren Verletzung von Lausannes Ausnahmekönner Alvyn Sanches dürfte den Führungskräften der Westschweizer zu denken geben. Mit solchen Leistungen wie im Heimspiel am Sonntag gegen den FC Luzern werden die bevorstehenden Ziele, der Sprung in die Top 6 der Liga und der Einzug in den Cupfinal Ende April in Basel, nicht zu erreichen sein. Offensiv harmlos und defensiv fragil – so präsentierte sich das Team von Ludovic Magnin im eigenen Stadion.
Die drei in den ersten 27 Minuten kassierten Tore widerspiegelten die Verfassung der Lausanner am Sonntagnachmittag genaustens: In der 3. Minute traf Raoul Giger mittels Eigentor, nach einer Viertelstunde führte eine weite Flanke von Super-League-Debütant Bung Hua Freimann in den Strafraum zum ersten Ligator von Bruder Bung Meng Freimann, und zuletzt profitierte Thibault Klidjé von einem Abwehrfehler, um sein neuntes Saisontor zu erzielen.
Fans waren in der ersten Halbzeit keine im Stadion. Der Sektor der Lausanner war wegen Ausschreitungen im Léman-Derby gegen Servette von den Behörden für dieses Spiel gesperrt worden. Die angereisten Luzerner Anhänger, die eigentlich ebenfalls hätten draussen bleiben müssen, durften nach der Pause auf die Tribünen. Weil sie aber zunächst nicht im richtigen Sektor Platz genommen hatten, verzögerte sich der Wiederanpfiff. Erst nach Intervention von FCL-Trainer Mario Frick und Captain Pius Dorn verschoben sich die Luzerner Fans dorthin, wo es für die zuständigen Behörden akzeptabel war. Es blieb der grösste Aufreger in dieser einseitigen Partie.
Shaqiri glänzt in Winterthur
Bis in die zweite Halbzeit prallten die Basler Angriffe in der ausverkauften Schützenwiese an der Winterthurer Abwehrmauer ab. FCW-Coach Uli Forte hatte sich für die rustikale Taktik entschieden, nachdem die ersten beiden Duelle der Zürcher gegen die Basler mit zwei Niederlagen und elf Gegentoren geendet hatten.
Die zuletzt schon gegen St.Gallen (4:0) und YB (1:0) beobachtete Winterthurer Defensivstärke vor eigenem Anhang hielt gegen Basel bis in die 49. Minute, bis Xherdan Shaqiri der Ball im gegnerischen Strafraum ideal vor die Füsse sprang. Das erste Gegentor nach 240 daheim unbeschadet überstandenen Minuten war nicht mehr zu verhindern. Die endgültige Entscheidung im dritten und voraussichtlich letzten Saisonduell zwischen den beiden Teams folgte in der 70. Minute, als Shaqiri seinem zehnten Tor auch noch den 13. Assist folgen liess. Bénie Traoré traf aus spitzem Winkel.
Fassnacht trifft erneut
Christian Fassnacht avanciert nach seinem Doppelpack gegen Basel auch am Samstag beim 1:0-Heimsieg über St.Gallen zum Matchwinner. Für die Young Boys war es der dritte Sieg in Folge und der sechste in den letzten acht Spielen. Dank dieser starken Bilanz haben die Berner in der Tabelle zuletzt Platz um Platz gutgemacht. Auf der anderen Seite bleibt die Ausbeute der St. Galler mit vier Punkten aus den letzten sechs Runden mager. Sie bleiben in der unteren Tabellenhälfte und müssen auf Ausrutscher der direkt vor ihnen klassierten Teams hoffen.