Ernüchterung für Britschgi
Europameister Lukas Britschgi fällt an den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Boston in der Kür um eine Position auf Schlussrang 12 zurück. Zu viel passt nicht beim Schaffhauser.
Sascha Fey (sda) und Marcel Hauck (sda)
Lukas Britschgi misslang an den Weltmeisterschaften in Boston einiges in seiner Kür. Bei der Kombination Dreifach- Lutz/Dreifach-Toeloop stürzte er, an den Vierfach-Toeloop hängte er bloss einen doppelten an, er zeigte nur einen statt zwei Dreifach-Axel, und am Schluss war der Flip bloss doppelt. Mit dem Total von 158,36 Punkten blieb der 27-jährige Schaffhauser deutlich unter seiner Kürbestleistung von 184,19 Punkten, die er Anfang Februar beim Titelgewinn an den Europameisterschaften in Tallinn aufgestellt hatte.
Diesmal kein Vormarsch
In Estland war Britschgi vom 8. Platz an die Spitze gestürmt. Dass ihm dies-mal keine Aufholjagd gelang, war irgendwie logisch. Nach der EM zog er sich während Art on Ice eine Schnittwunde zu, nach einer Woche infizierte sich die Wunde, was eine Not-Ope-ration zur Folge hatte. Dann kehrten die Knieprobleme zurück, die er vor der EM im Griff gehabt hatte, nachdem sie ihn zuvor einige Trainingszeit gekostet hatten. Zudem erkältete er sich in Boston auch noch. All das war zu viel, um eine Topleistung abzurufen. Immerhin erreichte er das Minimalziel, nämlich einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele im kommenden Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo zu ergattern.
«Ich konnte mein Potenzial nicht zeigen, fühlte mich nicht zu 100 Prozent bereit», sagte Britschgi. Er lief unmittelbar nach dem Einheimischen Jason Brown. «Das hat mir Gänsehaut beschert. Ich versuchte, die Energie mitzunehmen, aber es war nicht einfach, nach ihm zu laufen.» Alles in allem war der letztjährige WM-Sechste allerdings zufrieden.
In einer eigenen Liga lief Ilia Malinin, der zum zweiten Mal in Folge Weltmeister wurde. Der 20-jährige Amerikaner zeigte in der Kür sechs Vierfach-Sprünge. Mit dem Total von 318,56 Punkten distanzierte er den zweitplatzierten Kasachen Michail Schaidorow (287,47) um sagenhafte 31,09 Punkte. Bronze sicherte sich der Japaner Yuma Kagiyama (278,19).
Auch im Eistanz ging der Sieg vor Heimkulisse an die USA. Madison Chock/Evan Bates (222,06) verteidigten in der Kür die Führung und siegten vor den Kanadiern Piper Gilles/ Paul Poirier (216,53) und den Briten Lilah Fear/Lewis Gibson (207,11). Es war für Chock/Bates der dritte WM-Titel in Folge.
Repond ist enttäuscht
Schon bei den Frauen hatte mit Alysa Liu eine US-Amerikanerin triumphiert. Die Baslerin Kimmy Repond fing sich nach einem Horrorstart in die Kür wieder auf, eine Verbesserung von Rang 10 nach dem Kurzprogramm war aber nach zwei Stürzen bei den ersten zwei Sprüngen nicht möglich. In der Schlussabrechnung ergab dies Rang 12.
«Ich bin natürlich ein bisschen enttäuscht, wegen meiner Fehler am Anfang », sagte Repond. «Das hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen. Aber ich bin sehr stolz darauf, dass ich weiter gekämpft habe. Ich bin erleichtert, dass ich auf Platz 12 bin und beide Plätze (für die Schweiz) für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr erhalten habe», fand die 18-Jährige aber auch Positives.