Fischer treten erneut Umweltrat bei
Der Kantonal-Schwyzerische Fischereiverband bekennt sich zu ökologischer Aufwertung von Kleinstgewässern.
Franz Steinegger
Der Kantonal-Schwyzerische Fischereiverband (KSFV) hat eine wichtige Scharnierfunktion zwischen den fünf regionalen Fischervereinen, dem Berufsfischerverband und der Fischereikommission, welche der Abteilung Fischerei beim Amt für Gewässer angeschlossen ist. Die Regionalvereine können beim Kantonalverband ihre Anliegen vortragen, die vier Vorstandsmitglieder des KSFV selber bringen ihrerseits eigene Projekte ein. Diese werden dann in der Kommission beraten, welcher Umweltdirektor Sandro Patierno vorsteht.
«Die Zusammenarbeit klappt sehr gut», sagte Präsident Stefan Keller, Altendorf, an der 80. Delegiertenversammlung am Donnerstagabend in Rothenthurm. Hauptsächlich geht es um ökologische Aufwertungsmassnahmen. Finanzielle Mittel zum Anstossen solcher Gewässerrevitalisierungen kommen von den Abgaben der rund 4500 Fischerpatente, welche jährlich gelöst werden, denn seit 2023 wird auf jedes Patent ein kleiner Zuschlag verlangt.
«Wir bemühen uns um die Aufwertung der Gewässer»
Aus dem auf diese Weise gespiesenen Fonds werden Projekte finanziert oder zumindest angestossen, welche Kleinund Kleinstgewässern und den darin lebenden Tieren zugutekommen. Der Präsident wies darauf hin, dass «die Hälfte des gesamten Gewässernetzes der Schweiz aus kleinen Wiesen- und Waldbächen besteht», Zuflüsse der grösseren Bäche und Flüsse.
Stefan Keller veranschaulichte die Bemühungen an einigen Beispielen: So wurden beim Rotenbach in Einsiedeln Stauden zur Beschattung gepflanzt, was im Sommer die Wassertemperatur kühler hält. Das Krebsgewässer Stampfbach in den Höfen wurde revitalisiert, im Frauenwinkel bei Pfäffikon ein Vernetzungsprojekt kleiner Kanäle realisiert – mit messbarem Erfolg mit zahlreich sich ansiedelnden Jungfischen. Im Nuoler Ried wurden Tannen in Seeufernähe ins Gewässer versenkt, um Laichplätze zu schaffen, beim Sandbach und im Leewasser in Brunnen Strukturen eingebaut, beispielsweise durch versenkte Wurzelstöcke. Andernorts werden Bäche ausgedohlt. «Wir bemühen uns mit einfachen Massnahmen um die Aufwertung der Gewässer», erklärte Präsident Keller den Versammelten.
Nach zehn Jahren wieder Beitritt zum Schwyzer Umweltrat
Wichtig sei bei all diesen Projekten, dass die Grundeigentümer an Bord geholt würden, «denn ohne sie geht nichts». Auch die Bezirke als Hoheitsträger über die fliessenden Gewässer sowie die Umweltverbände müssten eingebunden werden. Das Problem sei oft nicht das Geld, sondern: «Wie brin-gen wir alle ins Boot?» So haben die Fischerdelegierten auf Antrag des Vorstandes einstimmig beschlossen, dass der KSFV dem Schwyzer Umweltrat beitritt. Er trat vor über zehn Jahren wegen Meinungsverschiedenheiten aus, doch ist Präsident Keller überzeugt, «dass wir mehr erreichen können, wenn wir zusammensitzen und Differenzen bereinigen».
Arnold Rauchenstein: 58 Jahre im Dienste der Fischerei
Sandro Patierno wies in seiner Grussbotschaft darauf hin, dass sich die Einführung von Vierjahresplänen bewährt habe. So wurde unter anderem eingeführt, dass die Patente online über das Internet oder über eine App gelöst werden können. Damit las-sen sich gleichzeitig die Fachstatistiken einfacher und zuverlässiger erstellen.
Einen Höhepunkt bildete die Verabschiedung des Urgesteins des Fische reiverbands: Arnold Rauchenstein, Lachen, ist seit 1967 Mitglied des Sportfischervereins March und ebenso lange im KSFV tätig. Das Ehrenmitglied hat in dieser Zeit praktisch alle Chargen durchlaufen, war 20 Jahre in der Fischereikommission und seit 1999 Kassier des KSFV. Er wurde im Vorstand ersetzt durch Nadia Kälin. Vizepräsident Philipp Inderbitzin wurde für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt.