Das Wichtigste zum Weltcupfinal in Basel
Hans Leuenberger (sda)
Diese Woche richten sich die Blicke der Reitfans gespannt nach Basel, wo gleich in drei Disziplinen zum Weltcupfinal angetreten wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Spektakel in der St. Jakobshalle:
Was, wann, wo?
Springreiten, Dressur und Voltige stehen ab morgen Donnerstag im Programm. Das Springreiten hat die mit Abstand grösste internationale Ausstrahlung. Das Preisgeld in Basel beträgt über alle Disziplinen 1,595 Mio. Geritten wird in der St. Jakobshalle.
Wer vertritt die Schweiz in den olympischen Disziplinen Springreiten …
Die Hoffnungen ruhen auf Martin Fuchs. Der 32-jährige Zürcher tritt bereits zum siebenten Mal an. Nach anfänglicher Mühe in den Qualifikationsevents konnte er sich doch noch souverän für den Final empfehlen. Ihm zur Seite stehen die beiden Wallachs Conner Jei und Leone Jei. Noch hat sich Fuchs nicht entschieden, welches Pferd er einsetzen wird, respektive, ob er sogar auf beide setzt.
Der Genfer Edouard Schmitz hat sich nach Omaha 2023 zum zweiten Mal für den Final qualifiziert. Der 25-Jährige wird auf dem Wallach Gamin reiten.
Steve Guerdat hingegen ist der grosse Abwesende. Der Jurassier musste sich kurzfristig einer Rückenoperation unterziehen. Der Olympia-Zweite von Paris hofft, demnächst wieder aktiv im Sport teilzunehmen.
… und Dressur?
Dank einer Wildcard ist die Schweiz auch in der Dressur vertreten. Jessica Neuhauser sattelt den 14-jährigen Wallach Rockson. Die 34-Jährige lebt und trainiert seit einigen Jahren im deutschen Ascholding.
Welche Bedeutung hat der Weltcupfinal?
Das Finale der Hallensaison lässt sich mit Hallen-Weltmeisterschaften vergleichen. Der Weltcupfinal ist im Springreiten das zweitwichtigste Championat neben dem Grossanlass im Sommer – heuer die EM in La Coruna. Die Springreiter verschlingen in Basel mit 1,3 Mio. Euro den Grossteil des Preisgelds. Die Besten der Weltrangliste sind – sofern qualifiziert – komplett vertreten. Es gibt 2025 keinen Grund, auf diesen Event zu verzichten – was hin und wieder in einem Olympiajahr vorkommt.
Welcher Modus kommt zur Anwendung?
Die Springreiter bestreiten im Gegensatz zu Olympischen Spielen ein Championat. Im dreiteiligen Event ist ein Zufallssieger ausgeschlossen. Zunächst gibt es am Donnerstag ein Jagdspringen, in welchem ein Abwurf in vier Strafsekunden umgewandelt wird, am Freitag folgt eine Prüfung samt Stechen im klassischen Format. Die Rangpunkte der ersten beiden Prüfungen werden für die beiden finalen Umgänge vom Sonntag in Strafpunkte umgerechnet.
Wer ist der Titelverteidiger?
Der Titelverteidiger Henrik von Eckermann, verheiratet mit der Schweizerin Janika Sprunger, führt nicht nur seit 32 Monaten die Weltrangliste an, sondern er gewann auch 2023 und 2024 den Weltcupfinal. Der Schwede will nun den fünf Athleten nacheifern, die diesen Titel jeweils dreimal gewonnen haben: Hugo Simon (AUT), Rodrigo Pessoa (BRA), Meredith Michaels- Beerbaum (GER), Marcus Ehning (GER) und Guerdat. Von Eckermann tritt diesmal jedoch ohne King Edward an. Sollte er in Basel den Sieg erringen, wäre er zusammen mit Pessoa der einzige Athlet, der den Titel in drei folgenden Jahren gewonnen hat.
Wie stehen die Chancen von Martin Fuchs?
Der Zürcher ist einer der Titelanwärter. In der Weltrangliste belegt er Platz 4 und er nimmt seine besten zwei Pferde nach Basel. 2022 in Leipzig gewann er den Pokal, 2019 in Göteborg war er hinter Guerdat Zweiter. Fuchs’ Qualitäten als Reiter sind unbestritten, er verfügt über mehrere Toppferde und ist zugleich nervenstark.
Basel empfängt diese Woche gleich drei Disziplinen des Reitsports zum Weltcupfinal. Eine Übersicht zum Höhepunkt der Hallensaison.