«Das wird eine andere Nummer»
Olaf Schürmann
Zwei Fragen habe ich sofort im Kopf: Wie wird man «Ressortchef Luftgewehr 10 m» und was macht man in die-ser Funktion? Beim Treffen mit Simon Walker lässt sich das rasch klären, denn er ist Ressortchef Luftgewehr bei den Feldschützen Altendorf. Die erste Frage klärt Walker schnell und unspektakulär. Er ist schon viele Jahre bei den Feldschützen. Als das Amt frei wurde, sei er intern gefragt worden, ob er sich das zutraue und den Vorstandsposten bei den Sportschützen übernehmen könne. Es sagte zu, das war 2019. Seitdem ist der 28-jährige Altendörfler als Ressortchef für die Luftgewehrschützen zuständig. Und seine Aufgaben? «Das sind mehrheitlich administrative Aufgaben. Ich melde die Sportschützen zu den Wettkämpfen an und bereite das Standblatt vor, auf dem die Resultate eingetragen werden», berichtet Walker. Auf dem Standblatt stehen für die Sportschützen alle relevanten Informationen. «Jeder Schütze und jede Schützin hat ein individuelles Standblatt. Da steht genau drauf, was bis wann geschossen werden muss.»
Die Luftgewehrschützen
Die Heimat der Feldschützen Altendorf ist die Mehrzweckhalle in Altendorf. Dort steht ihnen eine Luftgewehranlage zur Verfügung. Sie umfasst neun elektronische Scheiben, die hauptsächlich im Winter zwischen September und März genutzt werden. «Wir schiessen seit knapp 25 Jahren im alten Technikraum unter dem Dach der Mehrzweckhalle,» so Hobby-Koch Walker, der selbst auch in der 2. Mannschaft in Altendorf schiesst und als Ersatzschütze für das NLB-Team vorgesehen war. Walker schiesst schon von Kindesbeinen an. Sein Vater, der selbst Schütze ist, hat ihn früh auf die Schiessanlagen in der Umgebung mitgenommen. Zu den Luftgewehrschützen ist er über einen Kurs in der Schule gekommen. «Das konnten wir ausprobieren, mir hat es gefallen und ich bin dabei geblieben.»
Der Wettkampf
Die Schweizer Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10 m (SMM-G10) ist ein Wettkampf in der Hallensaison, der seit der Saison 1981/82 ausgetragen wird. Der Wettbewerb besteht aus sieben Runden. Fünf werden vor Weihnachten geschossen, zwei nach Neujahr. Um den Meistertitel kämpfen die sechs ersten Mannschaften der Nationalliga A (NLA). Die zwei Letztplatzierten schiessen gegen die je zwei Gruppenbesten aus der NLB Ost und West um den Ligaerhalt. Der Final und der Auf-/Abstiegswettkampf finden immer vor Publikum statt. Die Freiburger Sportschützen aus Tafers sind mit knapp 30 Meisterschaften SMM-G10Seriensieger. Nach der NLB folgen noch drei weitere Ligen. Die Regeln: Die Teams sind gemischt. Acht Schützen pro Mannschaft geben 20 Schuss ab. Maximalpunktzahl pro Schützin liegt bei 200, pro Mannschaft bei 1600. Die Mannschaft mit der höheren Punktzahl gewinnt den Wettkampf.
Der überraschende Aufstieg
Eigentlich sei der Aufstieg der zweiten Mannschaft in die 1. Liga das Saisonziel 2024/25 gewesen, verrät Ressortchef Walker. «Wir lagen auch gut im Rennen. Doch im letzten Schiessen ha-ben wir den Aufstieg verpasst», erklärt Walker.Da ist dann die NLB-Mannschaft in die Bresche gesprungen. Die hatte gar nicht das Ziel Aufstieg, sondern wollte den Ligaerhalt schaffen. Fazit: Beide Ziele verfehlt. Simon Walker lacht herzhaft. «Ja, wie man es nimmt, aber das ist nicht so schlimm.» Das NLB-Team habe schon in den ersten beiden Runden so gut geschossen, dass man frühzeitig gemerkt habe, dass man oben mitschiesst. «Da haben wir uns dann das Datum für den Finaltag reserviert, aber der Aufstieg in die NLA war nie ein grosses Thema», beschreibt Elektroingenieur Walker. Die Planungen seien eigentlich so ausgelegt gewesen, dass man erst in zwei, drei Jahren die NLA angreife. Der Aufstieg kam so überraschend, eine Feier gab es daher noch nicht. Aber das werde noch nachgeholt. Termin offen.
Die Nationalliga A
In der höchsten Schweizer Liga schiessen acht Vereine um die Meisterschaft.
Ab Oktober auch die Altendörfler. Bis es so weit ist, steht noch einiges an Organisationsarbeit an. In der NLA sei das Regelwerk nochmals enger und es werde mehr kontrolliert. «In jedem Wettkampf kommt ein Kontrolleur vorbei, der die Einhaltung der Vorschriften überprüft.» In der Nationalliga A sei es beispielsweise eine Vorschrift, dass die komplette Mannschaft innerhalb von zwei Stunden ihr Schiess-Pensum absolviert. «In der NLA können wir auch Doppelrunden schiessen, damit die Koordination der acht Schützinnen und Schützen etwas einfacher ist», so Walker.
Die Aufgabe in der nächsten Saison werde schwierig, gibt Walker offen zu. «Wir sind in der NLA eher im unteren Bereich der Gruppe angesiedelt. Das wird eine andere Nummer.» Damit das Ziel Ligaerhalt erreicht werden kann, müsse viel zusammenpassen. «Erst wenn die ersten beiden Runden geschossen worden sind, können wir realistisch einschätzen, wie gross unsere Chancen auf den Ligaerhalt sind», ist Walker überzeugt. «Aber in einem Mannschaftswettkampf ist immer alles möglich. Da muss nur ein Team-Mitglied schwache Nerven haben, dann kann alles passieren.» Wir sind gespannt, ab Oktober gehts los. Im Sommer stellen wir alle zehn NLA-Schützinnen und -Schützen in dieser Zeitung vor. Versprochen.
Die Feldschützen Altendorf sind aufgestiegen. Von der NLB in die NLA. Das gabs noch nie. Im Oktober geht es los, bis dahin muss noch viel organisiert werden. Simon Walker weiss das.
«Der Aufstieg in die NLA war nie ein grosses Thema.»
Simon Walker
Ressortchef Luftgewehr 10 m
«Wir schiessen seit knapp 25 Jahren im alten Technikraum unter dem Dach.» «In einem Mannschaftskampf ist immer alles möglich.»